Aufbau und Funktion der Wirbelsäule

 

Die Wirbelsäule ist ein Wunderwerk der Natur. Sie ist einerseits extrem belastbar, z. B. bei stundenlangem Stehen, andererseits kann man sie auch in hohem Maße drehen und beugen.

Diese Beweglichkeit und Belastbarkeit ergibt sich aus den einzelnen Bewegungselementen: jedem knöchernem Wirbelkörper folgt eine Zwischenwirbelscheibe, die Bandscheibe, also zwischen 24 Wirbelkörpern, 23 elastische Bandscheiben. Diese einzelnen Bausteine sind nicht in einer Linie, sondern in einer Doppel-S-Form angeordnet. Die Bandscheiben haben eine Art „Pufferfunktion“. Die Wirbelsäule, genauer gesagt die Bandscheiben,  werden besonders bei bestimmten Bewegungsabläufen, wie z. B. beim Bücken, Tragen und anderem mehr, enorm belastet. Die Bandscheiben sind einem erheblichen  Verschleiß ausgesetzt, der durch ungünstige Bewegungsformen und durch Bewegungsmangel noch verstärkt wird. Wer steht, belastet seine Wirbelsäule bereits mit einem Gewicht von mehr als zwei Zentnern. Noch höher liegen die Belastungen, wenn man sich im Stehen leicht nach vorn beugt oder gar einen Gegenstand hochhebt.

Neben ihrer stoßdämpfenden und tragenden Funktion für Kopf und Rumpf hat die Wirbelsäule noch eine schützende Aufgabe für das im Wirbelkanal eingeschlossene Rückenmark.

Kommt es zu einer Schädigung der Bandscheiben und in deren Folge zu einer Vorwölbung oder Verlagerung des weichen Bandscheibenkerns in Richtung Wirbelkanal, so können die im Wirbelkanal verlaufenden Nervenwurzeln gereizt oder gar eingeklemmt werden.Resultat: heftige Rückenschmerzen, wobei die Bewegungsbeeinträchtigung meist auch zu unbeabsichtigter  Fehlhaltung und Muskelverspannungen führt.                                                 

 Teufelskreis: Schmerz-Muskelkrampf-Schmerz.   -

Der passive Bewegungsapparat mit der Wirbelsäule ist ein Gerüst, der allein nicht in der Lage ist, seine Stellung zu halten oder sie zu verändern. Erst die Muskulatur bewegt und hält die Wirbelsäule. Ohne die stützende Funktion der Haltemuskulatur degeneriert die Wirbelsäule. Eine kräftige, trainierte  Wirbelsäulenmuskulatur kann deshalb helfen, Beschwerden zu vermeiden. Eine schwache, bei Beanspruchung schnell erschöpfte Muskulatur  kann die Wirbelsäule bei Belastung nicht ausreichend schützen. Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen können daraus langfristig resultieren.

Die Bandscheiben sollten gleichmäßig belastet werden um unnötige Schmerzen zu vermeiden. Das ist bei einer aktiv-aufrechten Körperhaltung am besten gewährleistet. Durch  einseitige, oft berufsbedingte Fehlhaltungen und durch Bewegungsmangel kann es zu Belastungen kommen. Verkürzte, verspannte und abgeschwächte Muskelgruppen unterstützen diese Tendenz.

Fazit:

Zur Verhinderung von Rückenschmerzen bzw. zur Vorbeugung sollten also Fehlhaltungen vermieden und für eine ausreichende Kräftigung der abgeschwächten Muskulatur, sowie eine ausreichende Dehnung der verkürzten Muskulatur gesorgt werden.

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